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Tödliche Abfahrt ohne Helm

Tödliche Abfahrt in Willingen. Es sollte ein schönes Bikefestival im vergangenen Sommer werden. Für Britta Schmidt wurde es eine Fahrt in den Tod. Sie stürzte mit ihrem Mountainbike auf dem Weg in die Stadt und verstarb wenig später an den schweren Kopfverletzungen. Die junge Frau trug keinen Helm und ihr Freund appellierte danach über die Presse an alle Biker, nur mit Kopfschutz auf eine Radtour zu gehen.

Es spricht vieles für den Helm beim Radfahren, auch wenn der Kopfschutz einen Unfall nicht vermeiden, sondern nur die negativen Folgen mindern kann. Doch offensichtlich müssen viele Radfahrer erst selber stürzen oder schwere Stürze miterleben, bis sie den lebenswichtigen Nutzen des Fahrradhelms erkennen. "Rund 80 Prozent aller tödlichen Ausgänge von Radfahrer-Unfällen sind auf Verletzungen des ungeschützten Kopfes zurück zu führen", hat die Zeitschrift "Sportrad" errechnet.

Noch werden nur rund ein Viertel so viele Helme wie Fahrräder pro Jahr verkauft. In den USA soll dagegen statistisch gesehen mit jedem gekauften Bike auch ein Helm über die Ladentheke gehen. Eine Helmpflicht könnte dieses Manko beseitigen, doch weder der Radklub ADFC noch von Regierungsseite wird dies gewünscht. Der Grund: Wie nach der Einführung einer Helmpflicht in Australien könnte auch hier die Benutzung des Rades dann deutlich zurückgehen.

Um die freiwillige Quote zu steigern, muss der Kopfschutz richtig sitzen, sich leicht einstellen lassen, gut belüftet sein und - bei jungen Radfahrern sehr wichtig – auch entsprechend modern aussehen.

Im Grunde sind alle Helme sicher. Bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem vergangenen Jahr schnitten von 16 getesteten Modellen (die zwischen 60 und 130 Mark kosteten) 15 mit "gut" ab, nur einer bekam ein "mangelhaft" (Heft 3/99). Auch die Zeitschrift Bike hat sich dem Thema angenommen und 15 Helme zwischen 80 und 200 Mark untersucht. Auch dort gab es keine Ausfälle. Seit 1997 ist die Europanorm DIN EN 1078 für Fahrradhelme bindend und hat offensichtlich dazu geführt, dass sich die Hersteller auch danach richten.

Aber auch ein guter Helm schützt nur dann, wenn er auch richtig passt, richtig aufgesetzt wird und richtig geschlossen ist. Besonders bei der Anpassung hat sich erfreulicherweise in der Vergangenheit viel getan. Die Schaumstoffpolster ("Pads"), die man mittels Klettband individuell ausrichten musste, haben oft augedient und wurden durch ein Halb- oder Ringgurtsystem ersetzt, welches sich durch ein Rädchen auf der Helmrückseite leicht einstellen lässt. Bei Cratoni heisst dieses System beispielsweise "Quick-Turn", bei Atlas "Headfix". Wichtig ist auch eine leichte Verstellbarkeit während der Fahrt. Selbst mit Handschuhen muss man das Rädchen noch drehen können.

Wenn man den Helm nicht so anpassen kann, dass er mit geschlossenem Riemen nur unwesentlich nach vorne und hinten verschoben werden kann, dann sollte der Schutz nicht benutzt beziehungsweise gekauft werden. Während der Fahrt muss der Helm waagerecht sitzen. Ihn tief in den Nacken zu ziehen, bringt gar nichts. – Im Gegenteil.

Wie beim Fahrradkauf gilt auch beim Helmkauf: Eine Probefahrt machen. Nur so lässt sich feststellen, ob der Deckel drückt, das Sichtfeld eingeschränkt ist oder man sehr schnell auf der Kopfhaut schwitzt. Auch Brillenträger sollten ihre Sehhilfe zum Test mitbringen.

Gute Helme kosten zwischen 60 und 200 Mark. Je nach dem für welchen Einsatz sie gedacht sind, wie gut sie belüftet sind, wie viel sie wiegen und ob dem Helm ein Visier (möglichst schraub- oder steckbar und nicht geklebt) beigelegt wurde.

Gute Belüftung kostet Geld. Leicht andere Materialien werden dann eingesetzt, um dann auch trotz der vielen Löcher und Schlitze die Sicherheit und die Dämpfung zu Gewähr leisten. Allerdings heißt es auch nicht unbedingt, dass eine höhere Anzahl von Löchern und Belüftungsschlitzen ein Kriterium für eine bessere Helmqualität darstellt.

Bevor man ein Schnäppchen kauft, sollte man einen Blick auf die Innenseite des Helms werfen. Dort muss sich ein Aufkleber befinden, der den Hersteller bezeichnet, die Prüfnorm beschreibt (meist gepaart mit einem TÜV/GS-Zeichen), das Gewicht und ganz wichtig: den Herstellungsmonat.

Da Helme aus einem Schaumstoff, nämlich "Expandiertem Polystyrol" bestehen (auch "Styropor" genannt), kann dieser Material mit den Jahren altern. Nach etwa drei bis fünf Jahren sollte man sich einen neuen Kopfschutz kaufen, auch wenn der alte in dieser Zeit nur ein paar Mal benutzt worden ist. Alte Ware, die als Sonderangebot verkauft wird, kann somit auch nur noch für einen stark eingeschränkten Zeitraum sicher benutzt werden.

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