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Gassi fahren mit dem Rad

Irgendwann muß jeder raus, der Hund und auch der Mensch. Bewegung tut beiden gut. Doch nicht jeder Halter hat auch immer Lust, hinter seinem Vierbeiner herzuhecheln. War­um also nicht das Fahrrad nehmen? Die flot­tere Fortbewegung macht vielen großen Hun­den Spaß.

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Für große Menschen: XXL- Räder

Die Frage: wie ist denn die Luft da oben?“ können großgewachsene Menschen nicht mehr hören. Viel zu sehr plagt sie der Umstand, viel Zeit damit verbringen zu müssen, passende Schuhe, modische Kleidung oder auch ein Fahrrad im XXL-Format zu finden.

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Rahmenbauer Richi: Als Skulptur ein wahres Schnäppchen

Schon am Telefon hatte Richi unterschwellig vor der Gegend gewarnt, in die man fahren muß, will man Berlin-Brandenburgs schrillsten Rahmenbauer besuchen. Er selbst nennt seine Firma eine Vorstadt-Hinterhofschmiede. Dies ist noch eine freundliche Umschreibung für das, was einen erwartet, wenn man Richi auf dem ehemaligen Kasernengelände am nördlichen Stadtrand von Potsdam besucht. Augenscheinlich haben die Russen vor ihrem Abzug ganze Arbeit geleistet. Richi, ehemaliger Berliner Hausbesetzer, ist in dieses Ausweichquartier gezogen, als "ihr" Haus in Friedrichshain geräumt werden mußte.

RichiAuf dem Hof friert sich ein echtes Schwein in seinem Open-Air-Stall ab, während die Katzen und Hunde selbstverständlich frei herumlaufen. Bis zum Hauseingang stolpert man über jede Menge Fahrräder, die genauso abgestellt aussehen, wie ein fensterloser Wohnwagen oder manches Auto ohne Nummernschild.

Doch in einem der wenigen bewohnten Gebäude entstehen mit einfachsten Mitteln High-Tech-Produkte aus Aluminium, die weltweit verkauft werden. Richard Cluse, wie Richi bürgerlich heißt, will sich als Fahrradrahmenbauer etablieren. Cluse ist gewiß kein Spinner. Der ausgewiesene Fachmann für Alurahmenbau arbeitet wie ein Besessener an neuen Formen. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur hat erst kürzlich den Job als Berufsschullehrer gekündigt und widmet sich nun ganz seiner Firma "Richi" und der Neuentwicklung von außergewöhnlichen Alurahmen. Bisher sind vier bemerkenswerte Rahmentypen entstanden, von denen zwei serienmäßig angeboten werden.

Die Fahrräder sehen so aus, als seien sie eine Auftragsarbeit für einen neuen Science-Fiction-Film, in dem Außerirdische mit Fahrrädern den Planeten Erde erkundschaften wollen.

RichiEinen seiner Rahmen hat Cluse deshalb auch ganz passend "Mad Max II" getauft. Durchlöchert wie nach einem Meteoritenschwarm, fragt sich der Laie: Hält der auch? "Klar" sagt Richi, schließlich seien sie nach der aktuellen DIN 79100 geprüft worden. Doch vor allzu heftigen Sprüngen und Abfahrten warnt er dann doch. Den Außerirdischen kann man deshalb ein möglichst weiche Landung wünschen. Astronomisch sind die Preise für "Mad Max II" nicht. Mit einer passenden Gabel kostet der Rahmen 1400 Mark. Das Fahrgestell mit einer Wandstärke zwischen zwei und fünf Millimeter aus 6060-Aluminium wiegt 2,7 Kilogramm. Die Geometrie ist weitgehend frei wählbar und bereits für einen Federgabeleinbau angepaßt. Cluse entwirft und baut nach Maß und Wunsch, und das ohne Aufpreis. Jedes Chassis ist somit ein Unikat. Die Lieferzeit beträgt etwa vier Wochen. Sowieso, so scheint es, ist Cluse Perfektionist und nie wirklich mit seinen Produkten zufrieden zu sein. Ist der Rahmen erst einmal auf dem Markt, sind seine Gedanken bereits beim nächsten Projekt. Der Entwickler, auf dessen Schreibtisch kleine Papprahmenmodelle stehen, ist deshalb, wie er selber sagt, "ein schlechter Verkäufer".

RichiCluses zweiter serienmäßige Rahmen heißt "Aluman" und ist aus Alublechen hergestellt. Der "Aluman" wird ohne Gabel verkauft und kostet 1150 Mark, dafür bekommt man 2,4 Kilogramm Aluminium. Auf Wunsch schraubt Richi auch komplette Räder zusammen. Allerdings sei dies nicht ganz billig. Schon im Selbstbau kostet ein komplettes Rad wenigstens 2000 Mark.

Das gebürstete 7020-Aluminium für den "Aluman" wird in Potsdam in Form gebogen. Alle Arbeit könne er abgeben, sagt Cluse, das Blechbiegen sei aber sein Know-How. Beigebracht hat es sich diese Fähigkeiten interessanterweise erst nach seinem Studium an Technischen Universität in Berlin. "Schreib´ ruhig", diktiert er einen in den Notizblock, "daß man an der Uni nie mit Alu experimentieren durfte, weil es der Professor nicht wollte.

Angefangen hat er vor zwei Jahren mit Alurohren, die sonst für Geländer benutzt werden. Den ersten Rahmen, der wie ein Pfeil elegant zum Lenker hin spitz zuläuft, zeigt er nicht ohne Stolz. Wie viele Kunden hält auch der gebürtige Münsteraner diesen für den immer noch schönsten, wenn auch nicht den perfektesten Entwurf (was Gewicht und Belastung betrifft).

Das Blech des "Aluman" ist 1,5 Millimeter dick (stark belasteten Stellen werden mit bis drei Millimeter starken Blechen verstärkt). Die Platten werden gebogen und dann mit einer Naht verschweißt. Das Verbinden von Alubauteilen ist nicht ganz so einfach wie Stahlschweißen. Die Technik erfordert gute handwerkliche Fähigkeiten und eine entsprechende technische Ausrüstung.

Denn die blanke Metalloberfläche des Aluminiums reagiert an der Luft mit dem Sauerstoff augenblicklich zu Aluminiumoxid. Der Überzug ist äußerst hart und schmilzt erst bei 2050 Grad Celsius. Während reines Aluminium sich bereits bei 660 Grad Celsius "verdünnisiert". Die fest anhaftende, zusammenhängende dünne Oxidhaut verhindert zudem, daß das Leichtmetall weiter vom Sauerstoff angegriffen wird. Doch beim Zusammenschmelzen von zwei Aluschichten stört es doch mächtig. Durch Wechselstromschweißen läßt sich die Oxidschicht auflösen. Cluse schweißt deshalb nach der WIG-Methode. Das Wolfram-Inertgas-Schweißen ist ein Verfahren, bei dem zwischen dem Werkstück und der Wechselstromelektrode (aus Wolfram) ein Lichtbogen erzeugt wird. Die Oxidation wird durch ein reaktionsträges (inertes) Edelgas (wie Argon) verhindert. Das saubere Ziehen der Naht ist die Kunst beim Schweißen. Zwar kann der 30jährige in seiner Werkstatt sämtliche Arbeiten ausführen, doch mittlerweile gibt er Teile, wie das Schweißen an einen Fachmann nach Stuttgart ab, der früher für die Mountainbikehersteller "Hot Chili" gearbeitet hat.

Die in Potsdam benutzten Geräte (wie Drehbank und Schweißgerät) sind zum Großteil gebraucht gekauft worden. Im Keller des Hauses hat sich Richi eine Prüfmaschine für die Belastungstests gebaut. Die für die DIN vorgeschriebenen Lastwechsel erfolgen auf zusammengeschweißten Stahlträgern aus der nahen Russenkaserne. Den passenden Motor fand er dort in einer Laufkatze aus der Panzer-Wartungshalle.

Derzeit arbeitet Richi an einem vollgefederten Rahmen, auch einen Damenrahmen wird es bald geben. Auch überlegt er, ob man nicht den "Mad Max II" aus Alublechen bauen sollte, um das Gewicht zu reduzieren.

Ideal seien seine Fahrräder aufgrund ihrer Geometrie und dem kurzen Radstand von 1030 Millimetern für Stadtfahrten. "Ein klasse Bike für Fahrradkuriere – man kann schnell fahren und ist sehr wendig", schwärmt der Familienvater. Nur sehr lange unbeaufsichtigt und unangeschlossen sollte man die auffälligen Unikate nicht stehen lassen. Doch wem das zu riskant ist, kann den Rahmen auch als Skulptur an die Wand hängen, schlägt Cluse vor. Als Kunstobjekt sind die Rahmen wirklich ein Schnäppchen.

 

Nachtrag 2009:

Richi baut seit Mai 09 keine Rahmen mehr. 

http://www.richi-engineering.de/


Die Unsicherheit des Fersentreters geheilt

Seitdem es Fahrräder gibt, teilt sich die Radlergemeinde klar in zwei Lager auf: Ballen- und Fersentreter. Letztere gehören oft zu jenen Bikern, die sich ständig an einer roten Ampel vordrängeln, und dann den gesamten Radverkehr aufhalten, weil sie als Fersentreter nicht in die Gänge kommen. Rasanter kommt man als Ballentreter von der Stelle, da die Kraft besser aus den Beinen aufs Pedal übertragen wird. Die Industrie hilft uns bei der Suche nach der richtigen Trittposition.

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