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Frühjahrsputz beim Fahrrad

Es gibt viele Frühlingsboten: Menschen, die die Fenster ihrer Wohnung putzen. Vögel, die Nester errichten, Bauarbeiter, die Gruben ausheben und Radfahrer, die mehr und mehr die Straßen bevölkern. Viele Radler glauben, man könnte einfach aufsteigen und losfahren.

Doch Vorsicht: Die Chancen dafür, daß man am Ende doch eher läuft als fährt, hängen vom Zustand des Rades ab. Wer unfreiwillige Aufenthalte nicht mag, der kümmert sich vorher um den Frühjahrsputz.

Ein Fahrrad, das den ganzen Winter im staubigen Keller oder - noch schlimmer - auf dem Balkon verbrachte, hat neben Schmutz auch Rost angesetzt. So reicht bloßes Waschen nicht aus. Trotzdem steht am Anfang der Waschgang, damit man sich nicht die Finger unnötig schmutzig macht. Denn jetzt beginnt die eigentliche Arbeit:

Zur Generalüberholung sollte man das Fahrrad am besten auf den Kopf stellen (wenn kein Montageständer vorhanden ist) und die Pedale bewegen. Hakt die Schaltung? Knirscht das Tretlager? Hat das Laufrad eine „Acht“? Schleifen die Bremsen an der Felge?

Zunächst zu den Bremsen. Die Bremsschuhe sind bereits dann abgefahren, wenn sie kein Profil mehr aufweisen (und somit auch nicht mehr richtig greifen). Runter damit, denn irgendwann kommt die Metallplatte durch das Gummi und schleift die Felge ab. Die Folge für die Felge: Sie ist hinüber.

Die neu eingestellten Bremsen können auch gleich dazu benutzt werden, um die Laufräder auf Unwuchten zu überprüfen. Eine leichte „Acht“ läßt sich mit einem Speichenschlüssel beseitigen, in dem man nach einem bestimmten System die einen Speichen lockert, während man die anderen spannt. Wer sich nicht sicher ist, welche die richtigen sind, sollte die Arbeit lieber dem Radhändler überlassen (oder in ein schlaues Buch schauen).

Brems- und Schaltzüge sollten vor der neuen Saison ohne Rücksicht auf den Grad der Abnutzung ausgetauscht werden. Meist haben die nämlich - äußerlich nicht zu sehen - Rost angesetzt, so daß Bremsen als auch Schaltung schwer gehen.

Ebenfalls schwer gehen könnten die Radlager. Hört man ein Knirschen, Knacken oder Quietschen die Kugeln, so sollte man einen Blick ins Innenleben werfen.

Falsch eingestellte Lager lassen sich schnell feststellen: Rad ausbauen, die Achse mit beiden Händen zwischen Daumen und Zeigefinger halten. Läßt man dann das Rad vor dem Oberkörper kreiseln, so spürt man in den Fingern durch ein Rucken oder Haken, ob sich Schmutz abgesetzt hat.

Auch eine zu lose Achse kann auch diese Weise überprüft werden. Gelingt es nicht, diese nach mehrmaligen Versuchen auf Dauer zu justieren, ist nicht nur die Achse futsch, sondern auch die Lagerschalen. Die Konsequenz im schlimmsten Falle: Nicht nur die zu Halbmonden degradierten Kugeln müssen ausgetauscht werden, sondern die gesamte Nabe. Ein teurer Spaß. Deshalb vorher warten!

Auch die Kette sollte nicht nur ein wenig Fett abbekommen, sondern auch auf Verschleiß überprüft werden. Dafür legt man sie auf das größte vordere Kettenblatt und hebt einzelne Glieder mit einem Schraubendreher an. Ist der Abstand zwischen Kette und Zähnen größer als drei Millimeter, ist die Kette reif für den Altmetallhändler.

Erinnern die Zähne vom Kettenblatt eher an Haifischflossen als an dreieckige Zähne, muß auch das Kettenblatt ausgewechselt werden. Allerdings gibt es Kettenblätter bei denen zum besseren Umschalten einige Zähne bereits bei der Herstellung eine abweichende, um nicht zu sagen, eine abgehackte Form aufweisen.

Das Auswechseln der Kette hat leider meistens zu Folge, daß die neuen, weniger stark gedehnten Glieder in Kombination mit dem alten Hinterradkranz vor allem auf den kleineren, und damit meist stärker abgenutzten Ritzeln springen. Dagegen hilft nur: Raus mit dem alten Kranz.

Sind Kette und Ritzelpaket noch einwandfrei, reicht ein wenig Putzen, um den verklebten Sand zu entfernen. Ein wenig Fett zwischen die Glieder und die Kette läuft wie geschmiert.

Und noch ein Lager gibt es am Fahrrad: Das am Lenkkopf, mit dem Lenker und Gabel verbunden sind. Zur Überprüfung stellt man wieder das Rad auf die Räder und zieht die mittlerweile hoffentlich wieder funktionierende Vorderradbremse, so daß sich das vordere Laufrad nicht bewegen kann. Mit geringerem Druck gegen den Lenker läßt sich nun schnell feststellen, ob die Kugeln im Kopf zu viel Spiel haben.

Mit einem Steuersatzschlüssel können die Kontermuttern dann gelöst werden und ähnlich der anderen Lager gewartet werden.

Zuletzt in der Reihe der Lager kommt das Tretlager dran. Meist sind diese heute allerdings wartungsfrei. Das heißt, auch wenn etwas gewartet werden müßten, weil von unten Musik kommt, können sie gar nicht gepflegt werden. In solchen Fällen hilft nur der Austausch gegen ein neues Industrielager.

Auch wenn die Tage wieder länger werden, sollte man trotzdem auch der Lichtanlage einen Augenblick widmen. Wer weiß, wer da mit wem im Winter durchgebrannt ist. Und auch den Reifen könnte im Keller die Puste ausgegangen sein.

Wenn die Puste einem allerdings bei dem ersten Ausritt weggeblieben ist, dann lag das nicht am schlecht gepflegten Rad, sondern am Winterspeck. Dagegen hilft kein Austausch und Fetten, sondern nur Bewegung.

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