Unsere Webmagazine

Elektroradtest.de - Der neue Ratgeber für E-Bikes & Pedelecs
Das Reiseradio - Audioreportagen und Interviews
Holidayjournal.de - Magazin für warme und kalte Reisen
Der komplette Reiseführer für Island
Bytetest.de - Der Internet- & Computerratgeber
Anzeige

Nach Crashtest: Unfallforscher Helmpflicht

Crash E-Bike vs. Pkw Foto:DekraWeil ihre Geschwindigkeit von anderen Verkehrsteilnehmern falsch eingeschätzt wird, sind nach Ansicht von Unfallforschern Elektrobike-Fahrer einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt. Mit anscheinend gravierenden Folgen, wie die aktuellen Crashtests von AXA und der Dekra zeigen. Jetzt fordern die Unfallforscher der beiden Unternehmen eine Helmpflicht für E-Bikes.

 

Die Unfallforscher des Versicherungskonzerns AXA und der deutschen Sachverständigenorganisation Dekra warnen vor einer Zunahme schwerer Unfälle mit Elektrobikes. Die "lautlosen Flitzer" erleben derzeit einen Boom. In den letzten Jahren habe sich die Zahl verkaufter E-Bikes jährlich annähernd verdoppelt. "E-Bikes sind praktisch, umweltfreundlich und trendy", sagt Bettina Sinzig, Leiterin Unfallforschung bei der AXA Winterthur Schweiz: "Tückisch ist dabei, dass andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit von Elektrobikes oft unterschätzen. Schwere Verletzungen oder gar der Tod können die Folge sein – vor allem, wenn der E-Biker keinen Helm trägt."

Crash-Test E-Bike vs. Pkw Foto: DekraMit ihren aktuellen Crashtests haben die Unfallforscher von Dekra und AXA einen solchen Unfall erforscht. Der E-Biker, der mit 40 km/h in eine sich öffnende Autotür prallt, hätte in der Realität schwere Verletzungen an Kopf und Brust erlitten, sind sich die Forscher sicher. Sie vermuten: "Bei normaler Fahrradgeschwindigkeit hätte der Autofahrer die Tür rechtzeitig wieder schliessen können – oder der Fahrradfahrer hätte ausweichen können", sagt Jörg Ahlgrimm, Chef der Unfallanalyse bei Dekra. "Beim E-Bike war der Crash aber unvermeidlich und bei der hohen Geschwindigkeit auch heftig."

Als Konsequenz aus den Ergebnissen des Crashtests fordern die Unfallforscher von AXA und Dekra, dass zumindest für die schnellen E-Bikes, deren elektrische Tretunterstützung bis 45 km/h reicht, eine gesetzliche Helmpflicht eingeführt wird. Und in der Tat - und damit verlassen wir die Pressemitteilung der Dekra und fragen ganz neutral: Ein Fahrrad, welches schneller als ein Mofa fährt, oder genauer gesagt ein Fahrradfahrer, der schneller als ein Leichtmofafahrer ist (denn diese sind bis 20 km/h von der Helmpflicht ausgenommen), sollte der nicht zunächst mal zur eigenen Sicherheit einen Helm tragen? Egal, wie schnell und nah er an einer Autofahrrertür vorbeidüst?.

Nun ist die Helmdiskussion nicht neu und macht sich im Sommerloch auch immer gut. Und die derzeitige, extrem mediale Aufmerksamkeit rund um Elektrofahrräder möchten sich auch andere zu Nutze machen. Und sei es, um zu warnen.  

Zum Hintergrund des Testes:

Die simulierte Ausgangslage sah folgendermaßen aus: Ein E-Bike fährt ungebremst mit 40 km/h in eine sich plötzlich öffnende Autotür eines geparkten Wagens.

Das Resultat:

Die Kollision mit der sich öffnenden Tür bremst das E-Bike abrupt ab. Mit dem Oberkörper stösst der Lenker auf die Oberkante der Tür, bleibt kurz hängen und fällt dann drehend zu Boden. Zuerst schlägt er mit dem Gesäss und Rücken auf. Danach mit dem Hinterkopf. Beim Aufprall verformt sich das Vorderrad des E-Bikes. Die Autotür wird durch die Wucht aus der Verankerung gerissen und öffnet sich ganz nach vorne (sehr "schön" kann man dies im Video sehen).

Für den Fahrer im Auto ist die Kollision weniger gefährlich. Einzig sein Arm befindet sich im Gefahrenbereich, schreiben die Unfallforscher. Der E-Bike-Fahrer verletze sich hingegen bereits beim Anprall an die Fahrzeugtür. Beim Sekundäraufprall auf die Fahrbahn besteht ausserdem die Gefahr schwerer Kopfverletzungen, sofern der E-Bike-Fahrer keinen Helm trägt. Mit Helm sei diese Verletzungsgefahr geringer.

Anhand der Grafik fällt allerdings auf, das der Fahrradfahrer viel zu nah am parkenden Auto vorbeifährt. Wie jeder Fahrradfahrer weiß (ob mit oder ohne Elektrounterstützung), ist ein solch naher Abstand auch schon mit 20 km/h lebensgefährlich. Wer einmal den Abstieg über die Fahrertür erlebt,  fährt in Zukunft automatisch mit weiterem Abstand. 80 cm bis einen Meter werden empfohlen, wenngleich der Abstand nicht immer in der Stadt durch den sprichwörtlichen Druck der Straße eingehalten werden kann. Hilfreich ist dabei die Montage eines Spiegels, um den nachfolgenden Verkehr beobachten zu können. Vielleicht sollte ja der Gesetzgeber als erstes die Montage eines Außenspiegels vorschreiben. 

 

Statement von Jörg Ahlgrimm, Leiter Unfallanalyse der Dekra über den E-Bike Crashtest:

 

Interessante Aufnahmen der Dekra während des Crashs von Fahrradfahrer und Autofahrertür:

 


Fahrradtest.de - Ein Projekt der Journalia Kommunikation Multimediaagentur

Fahrradtest.de ist optimiert für Firefox, Chrome, Opera & Safari. Benutzer von IE8 sollten ihren Browser updaten.

Copyright © 2016. Alle Rechte vorbehalten.