Unsere Webmagazine

Elektroradtest.de - Der neue Ratgeber für E-Bikes & Pedelecs
Das Reiseradio - Audioreportagen und Interviews
Holidayjournal.de - Magazin für warme und kalte Reisen
Der komplette Reiseführer für Island
Bytetest.de - Der Internet- & Computerratgeber
Anzeige

Das Faltboot für die Radtour

Für eine kombinierte Rad- und Paddeltour braucht man das passende Boot. Was ist das passende Boot? In das passende Boot passt das Fahrrad, und das Boot passt wiederum aufs oder besser hinter das Fahrrad auf einen Hänger. Dann gibt es noch weitere Kriterien wie Gewicht, Einsatzzweck, Zuladung usw.

Die Suche nach dem passende Boot gestaltete sich sehr aufwendig. Klar war von Anfang an, es muss ein Faltboot sein, denn auch das ist wichtig: Das Boot soll beim Transport in einen möglich kleinen Sack passen, im Flugzeug, Zug oder auch im Auto. Im Auto soll es komplett mit Fahrrad und Ausrüstung im Kofferraum verschwinden. Eine weitere Vorgabe war, dass das Boot von einer erwachsenen Person getragen werden kann. Denn nur so würden die Portagen, über manchmal mehrere Kilometer, zu bewerkstelligen sein. Es sollte auch solo paddelbar sein, aber auch Platz für zwei Personen plus Gepäck bieten. Und dann musste es leicht auf- und abbaubar sein. Puh, ganz schön viele Vorgaben! 

Je mehr Kriterien zusammenkamen, desto enger wurde die Auswahl. Besonders das Gewicht war oft ein Knock-Out-Kriterium. Viele Faltboote wiegen doch deutlich über 20 Kilogramm. In die engere Auswahl kamen deshalb die Boote der norwegischen Firma Bergans. Ally heißen sie.  Sie sind schon auf Expeditionen eingesetzt worden und eignen sich je nach Modell auch für Wildwasserfahrten. Die Auswahl ist groß (jüngst kam ein weiteres Modell - ein Solokanadier dazu), es sei deshalb angeraten bei einem Händler zu kaufen, der die Boote auch für eine Probefahrt zur Verfügung stellt.

Nur so lässt sich feststellen ob das Boot einem liegt, ob es tragbar ist (zum Beispiel über Kopf), wie es auf Windböen reagiert und ob das Fahrrad mit Gepäck reinpasst.  So kann man auch testen, ob das Fahrrad demoniert werden muss, oder auch in Gänze ins Boot gelegt werden kann. Auch den Hänger sollte man bei einem Test nicht vergessen, schließlich muss auch der mit auf die Tour. Wobei man den zur Not auch oben raufschnallen kann. 

Bleiben wir gleich beim Hänger. Der ausgesuchte Bob Yak passt komplett in die eine Steven des Bootes. Idealer ist es, das Laufrad heraus zu nehmen, dann nimmt er weniger Platz weg. Aber zur Hängerauswahl erfährst Du mehr in der Rubrik "Der Hänger". 

Zum Boot: Die Entscheidung fiel auf den Ally Pathfinder 15,5, DR. Das Boot ist noch ganz gut solo steuerbar. Im beladenen Zustand ist es auch bei stärkerem Wind noch beherrschbar, im unbeladenen Zustand, also beispielsweise mit einer Person von 80 kg und 20 kg Gepäck, ist das Lenkverhalten bei Wind katastrophal. Selbst auf kleineren Ausflügen, zum Beispiel zum Angeln, belade ich deshalb das Boot sicherheitshalber mit Steinen als Balast. Dann ist es aber spurtreu und recht schnell. 

Der Aufbau ist am Anfang nicht einfach, ich habe das Boot zunächst in der Wohnung aufgebaut. Am Anfang flutschen auch die Stangen fast gar nicht durch die Bootshaut.  Das war schon eine Quälerei. Die einzelnen Teile richtig zu sortieren ist auch nicht einfach, eine Nummerierung wäre hilfreich. Als Werkzeug braucht man nur einen Gummihammer, aber selbst mit dem ist es manchmal mühsam die Plastikclips in die Verankerung zu schlagen. Sie leiern auch mit der Zeit aus, sind aber auch nicht so relevant (wenn nicht alle offen stehen), das Boot geht davon nicht unter.  (nur bei Wildwasserfahrten sollte alles dicht sein). Aber Wildwasser meide ich mit all dem Gepäck, ein Kentern mit Bike und Hänger wäre nicht lustig.

Mit ein bißchen Übung braucht man aber für den Aufbau nicht viel länger als 30 min, manchmal geht es auch schneller, kann aber auch länger dauern, das hängt immer davon ab, wie genau man die Stangen zuvor durch die Bootshaut geschoben hat. Der Abbau geht rasanter, allerdings dauert dann das Verpacken auf dem Anhänger wieder länger. Im Grunde kann man damit rechnen, dass für Ab- und Aufbau zwischen Rad- und Paddeltour jeweils eine Stunde benötigt werden.

Das Boot ist mittlerweile sieben Jahre alt, Ersatz war noch nicht nötig, ein paar Stangen sind mittlerweile leicht verbogen, einige Federn hängen nur noch am seidenen Faden und müssten demnächst mal ausgetauscht werden. Die Verarbeitung der Alustangen wird oft kritisiert, zur Recht, denn sie sind nicht eloxiert, so bekommt man ständig schwarze Finger. Für 1800 Euro kann man in dieser Beziehung doch bessere Qualität verlangen. Empfindlich ist auch die Bootshaut im oberen Bereich, dagegen hilft eigentlich nur das Anbringen von Schaumstoff. Ideal sind die Schaumstoffrohre, wie man sie im Heizungsbau zur Isolierung verwendet. Die sind leicht, billig und lassen sich auch super auf dem Fahrradanhänger verstauen. Mit dem Schaumstoff-Schutz nimmt einem das Boot auch so manch einen Rempler am Felsen nicht ganz so übel. 

Die Bootshaut besteht es aus zwei verschiedenen Lagen, die dunkelgrüne ist dicker und deutlich robuster und hält auch so manch eine Bodenberührung aus. Die hellgrüne kann sehr empfindlich reagieren, und reisst schon mal auf, dann hilft nur flicken. Bodenberührung kann sowieso ein heikles Thema sein.  Da merkt man dann den Nachteil einer flexiblen Bootshaut. Dort, wo man mit einem starren Kanadier rüberschrammt, bleibt  der Ally stecken: Oft sieht man die Steine nicht im Wasser, besonders bei Wellengang. Wenn man dan aufsetzt, ist es zu spät. Im ungünstigsten Fall sitzt das Boot genau in der Mitte auf dem Stein auf. Drumherum ist es dann so tief, dass ein Abstossen mit der Paddel nicht möglich ist, man selbst sitzt im hinteren Bereich, auch hier hilft keine Gewichtsverlagerung. Ins Wasser springen und ziehen hilft oft auch nicht, oder das Wasser ist zu kalt. Einzige Lösung: das Gepäck umsortieren. Eine gefährliche und zeitraubende Angelegenheit.  Aber bisher hat es immer noch geklappt, wieder loszukommen.

Insgesamt ist es aber ein netter Begleiter, der sich ideal für eine Bike & Boot-Tour eignet. 

Die Daten:

Ally Pathfinder 15,5

Länge 472 cm
Breite 84 cm
Breite Dollboard 77 cm
Bootsbreite/Wasserlinie 80 cm
Tiefe 34 cm
Bogenhöhe 45 cm
Gewicht 17.5 kg

Infokatalog gibt es zum Download hier:

Fahrradtest.de ist ein Service von Journalia Kommunikation. Alle Rechte vorbehalten. Diese Inhalte dienen ausschließlich zur privaten Nutzung und zur individuellen Information des Nutzers. Eine Speicherung in Datenbanken sowie jegliche Weitergabe an Dritte im Rahmen gewerblicher Nutzung oder zur gewerblichen Nutzung sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch Journalia Kommunikation gestattet. Wir haften nicht bei Fehlern, inhaltlichen oder textlichen Fehlern. Im Übrigen gelten unsere Nutzungsbedingungen. Für den Fall, dass Sie die Inhalte der Webseite Fahrradtest.de weitergeben, speichern oder gewerblich nutzen möchten, bieten wir Ihnen an, Content-Partner zu werden.

Fahrradtest.de - Ein Projekt der Journalia Kommunikation Multimediaagentur

Fahrradtest.de ist optimiert für Firefox, Chrome, Opera & Safari. Benutzer von IE8 sollten ihren Browser updaten.

Copyright © 2016. Alle Rechte vorbehalten.