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Die Unsicherheit des Fersentreters geheilt

Seitdem es Fahrräder gibt, teilt sich die Radlergemeinde klar in zwei Lager auf: Ballen- und Fersentreter. Letztere gehören oft zu jenen Bikern, die sich ständig an einer roten Ampel vordrängeln, und dann den gesamten Radverkehr aufhalten, weil sie als Fersentreter nicht in die Gänge kommen. Rasanter kommt man als Ballentreter von der Stelle, da die Kraft besser aus den Beinen aufs Pedal übertragen wird. Die Industrie hilft uns bei der Suche nach der richtigen Trittposition.

Praktische Hilfsmittel sind Clickpedal („Clickies") oder kleine Lederriemen, in die man mit den Füßen schlüpft. Riemen, meist kombiniert mit Haken, werden bereits seit Jahrzehnten angeboten. Nachteile sind der gewöhnungsbedürftige Einstieg und die Gefahr bei einem Sturz nicht schnell genug aus der Verschnürung zu kommen. Mit dem Komfort von einem Clickpedal können Riemen und Haken nicht mithalten. Zwar sind auch dies Clickies für Anfänger erst einmal ungewohnt, jedoch lernt man das System recht schnell. Vom Prinzip her funktioniert es wie eine Skibindung. Ein „Klick" und der Fuß rastet in das Pedal ein. Auf diese Weise bieten sie die beste Kraftübertragung und einen sicheren Halt. Das gefährliche Rutschen vom Pedal wird so verhindert.

Doch auch hakenlose Pedale haben ein paar Haken: Zum Radeln braucht man nun besondere Schuhe mit dem passenden Adapter. Manch ein Fußhebel liefert deshalb auch gleich den speziellen Schuh mit. Die Bikeschuhe sind zwar auf einer Radtour sehr praktisch, aber ohne Fahrrad läuft man damit ziemlich merkwürdig. Zudem nutzt sich so die Schuhplatte sehr schnell ab (es gibt aber für 20 Mark auch Kappen, die man beim Laufen unter den Schuh klemmt).

Trotzdem bleibt es dabei: Für den Alltag sind Clickpedale ungeeignet. Dies haben die Hersteller erkannt und kombinieren zunehmend den Vorteil der Clickies mit dem eines normalen Pedals, der sogenannten Bärentatze (beispielsweise die Modelle Shimano 323 und Wellgo WPD-952). Die Bärentatze, die aufgrund der krallenartigen Oberfläche so genannt werden, ist ein breites, sehr rutschtfestes Pedal wie es Mountainbiker benötigen, wenn guter Halt im Gelände gefragt ist. Auf der einen Seite hat man also ein herkömmliches Pedal, auf der anderen die Click-Bindung. Eine andere Variante bietet Shimano auch für einige Pedalmodelle an: Den City-Aufsatz, der den Clickmechanismus bei Bedarf abdeckt (etwa 10 Mark).

Auf diese Weise läßt sich natürlich kein Gewicht einsparen. Dabei kann gerade bei Clickies das Pedal auf ein Minimum reduziert werden. So liegen die Gewichte je nach Ausführung und Einsatzgebiet gewöhnlich zwischen 200 und 800 Gramm. Das derzeit leichteste Pedal (mit Titanachse) wiegt nur 110 Gramm. Das „Easy Click Titan" von Corratec kostet allerdings auch 229 Mark (pro Stück!).

Shimano hat übrigens auch den Standard für den Trekking- und Mountainbikebereich festgeschrieben. Der nennt sich „Shimano Pedaling Dynamits", besser als SPD bekannt. Viele Hersteller bieten deshalb ihre Modelle auch als SPD-kompatibel an, um nicht als Außenseiter vom Angebot des Marktbeherrschers überrannt zu werden. Die Varianten von Wellgo oder VP sind deshalb denen der Japaner sehr ähnlich: die Kupplung zwischen Schuh und Pedal wird mittels eines kleinen Stahladapters hergestellt.

Insgesamt gibt es drei verschiedene Systeme: SPD, Look und Time. Look und Time sind vor allem bei Renn- und Tourenradlern verbreitet. Allerdings setzt sich auch dort das ursprünglich für den Mountainbikebereich entwickelte SPD-System immer mehr durch. Durch die verschiedenen Systeme ist die Auswahl entsprechend groß. Alllein 50 verschiedene Clickpedale buhlen um des Radlers Füße. Bei der Suche nach dem passenden Fußabtreter sollte man vor allem testen, wie gut man mit dem Schuh in das Pedal kommt.

Kriterium für das einfache Hinein- und Herausschlüpfen ist die Härte der Federvorspannung. Damit bestimmt man die minimale oder auch die maximale Auslösekraft. Diese liegt meist zwischen fünf und 24 Newtonmetern (Nm). Während zu niedrige Werte dem Fahrer das Gefühl geben, gar nicht zu wissen, ob man nun bereits eingeklickt ist oder nicht, kann ein zu hoher Wert dazu führen, daß man in brenzligen Situationen nur schwer herauskommt.

Die Fachzeitschrift „Mountainbike" empfiehlt ihren Lesern einen Wert zwischen zehn und 18 Nm. Die Auslösekraft sollte einfach per Inbusschlüssel einstellbar sein. Vor dem Kauf sollte man deshalb im Fachhandel „probeclicken". Was sich allerdings nur schwer im Trocknen testen läßt, ist die einwandfreie Funktion. Die Bindungen sind gegenüber Schmutz oft sehr anfällig. Gleiches gilt für Schnee und Eis. Mittlerweile gibt es auch magnetische Clickpedale (von VP für 199 Mark), die diese Probleme nicht kennen. Praktisch ist das System allerdings nur dann, wenn keine anderen Eisenteile in der Nähe sind.

Wie immer gilt: Ganz billige Ausführungen sollte man lieber liegen lassen - schon alleine mit Rücksicht auf die Gesundheit. Denn ein schlechter Fußhebel kann auf die Knie gehen. So sollte das Click-Pedal über eine ausreichende seitliche Beweglichkeit verfügen. Der Grund: Bei einer Kurbelumdrehung verdreht sich das Bein und damit auch das Knie. Wird dies durch eine feste Bindung unterbunden, so können schmerzhafte Störungen die Folge sein. Als knieschonend gilt deshalb allgemein eine seitliche Beweglichkeit (des eingerasteten Fußes im Pedal) von mindestens vier Prozent, besser ist das Doppelte. Mittlerweile sind auch elf Grad Bewegungsfreiheit möglich. Allerdings: Je größer die „Beinfreiheit" desto weiter muß man den Fuß drehen, um aus dem Pedal zu kommen.

Ein anderes Problem haben Radfahrer, deren Beine unterschiedlich lang sind. Auch sie müssen nicht aufs bequeme Biken verzichten. Die Firma „T.A." hat ein orthopädisches Pedal (Paarpreis etwa 220 Mark) im Programm, welches sich durch Aufsatzplatten in zwei Millimeterstufen der entsprechenden Beinlänge anpassen läßt. Maximal können so Höhenunterschiede vo bis zu drei Zentimeter ausgeglichen werden

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