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Beim Elektroradkauf an die Folgekosten denken

Elektrorrrad von Flyer Foto: Flyer.ch @ pd-fEs ist ja augenscheinlich bei E-Bikes und Pedelecs ein Boom in Gang. Oder ist es nur eine Medienblase, die bald zerplatzt? Ist das Elektrofahrrad vielleicht die T-Aktie der Freizeitbranche? "Muss ich haben!", ohne aber an die Zukunft und die finanziellen Folgen zu denken?  Wir spucken deshalb mal ein bißchen in die Suppe. Bei einem Kauf eines Elektrofahrrades, egal, ob Pedelec oder E-Bike sollte man immer an die Folgekosten denken. Und die liegen dramatisch über denen von normalen Fahrrädern. Wir haben mal nachgerechnet.

Die meisten Pedelecs kosten zwischen 600 und 4200 €. Doch bei den einmaligen Kosten bleibt es nicht. Neben der üblichen Wartung eines Fahrrades, bleibt die Frage, ob der Elektromotor und die Antriebstechnik wirklich ein Fahrradleben lang wartungsfrei ist. Aufgrund der geringen Stückzahlen und den "jungen" Modellen, ist es schwierig darüber eine Aussage zu treffen. Konkreter kann man die Kosten für einen Akku berechnen.

Akku Delite Hybrid Foto: riese und Müller @ pd-fDiese sind teilweise extrem hoch. Die Anschaffungskosten liegen zwischen 260 € (beim Billigbike von Tchibo) und 960 € beim Dolphin Expert. Pro Akku wohlgemerkt. Wie lange ein Akku hält, darüber streiten sich die Gelehrten. Das hängt nämlich von vielen Faktoren ab. Wie oft wird er geladen oder wie wird er gelagert und wann wird er aufgeladen. Fachleute meinen, 1000 Zyklen sollte der Akku schon meistern. Wer also das gute Stück jeden Tag nachlädt kommt knapp drei Jahre weit. Allerdings sagt der ADFC, dass bereits nach 300 bis 500 Ladezyklen die Kapazität nachlässt. Egal ob man lädt oder nicht, ein Akku altert, irgendwann ist er sowieso futsch. Über den Daumen gepeilt soll dies nach 5 Jahren der Fall sein.  Seien wir also human und nehmen einen durchschnittlichen Radfahrer an, so sollte man mit einer Neuanschaffung nach 4 Jahren rechnen.

Natürlich hängt das auch vom Akkutyp ab. In der Tat gibt es immer noch Räder die mit Nickel-Cadmium(NiCd)-Akkus verkauft werden. Die haben bekanntlich einen Memoryeffekt, und diese verlieren wohl noch früher ihre maximale Leistung. Nickelmetallhydrid(NiMH)-Akkus sind schon besser aber auch nicht mehr Stand der Technik. Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus sollten es schon sein.

Doppelakku von Utopia-Velo Foto: Utopia velo @ pd-fWenn wir also mal von einem durchschnittlichen Akkuersatzpreis von 500 Euro ausgehen, kommen also pro Jahr Kosten von 100 Euro hinzu (oder 8 Euro pro Monat) dazu kommen die Stromkosten fürs Laden, die wir aber hier mal vernachlässigen (pro 100 km verbraucht man etwa 1KWh).

Allerdings sollte bei der Auswahl des richtigen Pedelecs oder E-Bikes daran gedacht werden, wie weit man mit einer Akkuladung kommt. Jedenfalls nicht sehr weit. Laut ExtraEnergy liegt die durchschnittliche Reichweite bei 46,1 km. Allerdings bei einer Tour. Die jüngsten Tests des Vereins zeigten, dass im Stadtverkehr der Akku bereits meist unter 20 km schlapp machte. Nun kann man ja argumentieren, die 50plus-Generation, die immer noch mit den Elektrofahrrädern assoziiert wird, fährt eh nicht soweit. Irrtum.

Doch für einen markbreiten Durchbruch braucht man alle Radschichten, also auch den sportlich Ambitionierten, der jeden Tag mit seinem Elektrofahrrad einmal durch die Stadt fahren will und bisher eher die S-Bahn nimmt, weil es doch mit Pedalkraft zu anstrengend und schweißtreibend ist. Der müsste während der Arbeit dann den Akku aufladen (oder sich einen Zweitakku einstecken). Wenn wir also dann die Rechnung noch mal mit den Ladezylken aufmachen und nur davon ausgehen, dass dann der Akku zweimal am Tag nachgeladen wird, macht dies bei einer 5 Tage Woche (Urlaub wird jetzt mal vernachlässigt)  pro Jahr 520 Ladezyklen (Freizeit- und Urlaubsfahrten werden dafür auch nicht  mitgerechnet). Auf dieser Grundlage würde der Akku dann vielleicht nur 2 Jahre halten.

Bei einem teuren Rad. Nehmen wir mal beispielsweise das Riese&Müller Hybrid 500 HS mit einem Verkaufspreis von 4198 €, welches laut ExtraEnergy-Test in der Stadt 17,1 km weitkommt, ist also eventuell nach zwei Jahren ein neuer Akku für 898 € fällig.  Somit sind wir schon bei 37 € pro Monat - allein an Akkukosten.

Wer darauf spekuliert, Akkus von Fremdanbietern zu nutzen, muss lange suchen. Viele Fahrradhersteller schützen ihre Akkusysteme durch intelligente Schaltungen, so dass fremde Akkus nicht geladen werden können. So ein Ersatzakku kann sich natürlich für die Hersteller zur Goldgrube entwickeln. Ähnlich verfahrern ja auch viele Druckerhersteller, wo das Verbrauchsmaterial unverschämt teuer ist. Doch dafür werden ja die Drucker billig unters Volk gebracht. Davon kann bei Elektrofahrrädern ja wirklich nicht die Rede sein.

Innerhalb der Garantiezeit kann es dann sowieso auch noch zu anderen Problemen kommen. Stichwort Garantie. Auch da sollte man schauen, wie lange gilt die Garantie für den Akku. Da es sich um ein Verschleißteil handelt, ist die Herstellergarantie oft auf 6 oder 12 Monate beschränkt. Wer sich für ein schnelleres E-Bike anstatt eines Pedelecs entscheidet, sollte auch die Versicherungskosten mitkalkulieren. Denn die fallen sofort an, im Gegensatz zu den Akkukosten, die ja erst bei einem Nachkauf fällig werden.

 

 

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