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Was spricht dagegen, auch als Fahrradfahrer gut zu sehen und gesehen zu werden? Das Gesetz. Genau genommen: die Straßenverkehrszulassungsordnung (StZVO). In der ist geregelt, was auf deutschen Straßen leuchten darf. Im Paragrafen 67 steht, wo und vor allem was für Leuchten auch an ein Fahrrad montiert werden dürfen. Nur ist die Verordnung teilweise über 60 Jahre alt und der Reformstau nicht zu übersehen. Seit geraumer Zeit ist eine Überarbeitung angekündigt, die als so genannte Fahrradnovelle durch die Amtsstuben geistert. Doch wann sie kommt, ist immer noch nicht absehbar.

Licht ExportBis dahin sind batteriebetriebene Beleuchtungseinrichtungen - wenn überhaupt - nur als zusätzliche Lichtquelle erlaubt (Ausnahme: Rennräder unter elf Kilo). Mit der Fahrradnovelle soll die Batterielampe (wie berichtet) dann auch auf Mountainbikes bis 13 Kilo ausgeweitet werden. Auf Freude stößt das auch bei Polizeibeamten nicht, die die Einhaltung der Verordnung kontrollieren sollen: "Müssen wir dann stets eine Waage im Streifenwagen mitführen?" Genauso schwierig ist die Definition eines Mountainbikes, denn die Fahrradtypen vermischen sich zunehmend.

Viele Radler fahren schon jetzt ausschließlich mit Akkuleuchten. Die sind sehr praktisch: Es gibt kein Kabelgewirr, selten Ausfälle und die Leuchte ist mit einem Griff vom Rad entfernt. Einige von ihnen sind deutlich heller als eine herkömmliche Anlage.

Und spätestens hier wird's heikel. Denn zugelassene Batterielampen bieten oft nicht viel mehr Licht als eine Positionsleuchte, was die illegalen Leuchten so beliebt macht. Illegal ist alles, was nicht den Segen vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg bekommen hat. Dort wird geprüft, und wenn es keine Bedenken gibt, darf die Leuchte ein großes K und eine Schlangenlinie auf dem Glas tragen. Das KBA wacht darüber, dass nicht zuviel Licht ans Rad montiert wird, reagiert auf Hinweise von Konkurrenten und auch auf Anfragen von Händlern. Wer nicht zugelassene Produkte vertreibt, dem droht unter Umständen ein saftiges Bußgeld, bis zu 10 000 Mark sind möglich.

Jüngst traf es die Firma "Sigma Sport", die einen Scheinwerfer namens "Mirage" mit fünf Watt Leistung auf den Markt gebracht hatte - und zwar ganz legal mit einer Zulassung vom KBA für Rennräder unter elf Kilogramm. Zur "Mirage" wurde aber auch eine zusätzliche Leuchte verkauft (Mirage X), die 20 Watt auf die Straße wirft und vor allem für Off-Road-Touren gedacht ist. Dieser Power-Lampe hat das KBA überraschend schnell den Stecker gezogen. Der Verkauf und der Vertrieb in Deutschland wurden untersagt. Seitdem rennen Radfahrer den Fahrradhändlern die Läden ein und möchten unbedingt diese Lampe kaufen. Doch Sigma ist es nach eigenen Angaben sogar untersagt worden, Händler im Ausland zu nennen.

20 Watt Leistung werden auch weiter illegal bleiben. Schade, denn noch nie gab es für rund 120 Mark eine derart starke Batterieleuchte (das legal erhältliche Paket kostet 80 Mark). Wir haben sie im Wald getestet und sind begeistert, selbst der Fünf-Watt-Strahler ist schon deutlich heller als jede Halogenleuchte. Sie ist so hell, schrieb Sigma-Geschäftsführer Michael Lenhardt in der Fachzeitschrift "Radmarkt", dass "man sich im Vergleich mit motorisierten Zweirädern keinesfalls zu verstecken braucht". Stimmt!

Sigma ist kein Einzelfall. Betroffen ist auch die in Mountainbikerkreisen legendäre und hoch geschätzte Lupine-Leuchte. Sie war jahrelang frei erhältlich. Bis das KBA mit einem "saftigen" Bußgeld drohte, was die kleine Firma "Lupine Lightning Systems" bewog, einzulenken. Der Vertrieb wurde 1999 offiziell in Deutschland eingestellt. Seitdem verkauft die Firma nur noch Campingleuchten, die - was für ein Zufall - auch an einen Fahrradlenker passen und natürlich völlig identisch sind mit den ehemaligen Fahrradleuchten. Nur darf das nirgendwo stehen. Natürlich ist die Firma auch weiterhin auf Fahrradmessen präsent, doch die Lampen hängen nur noch an irgendwelchen Besenstielen oder winden sich eben um Zeltstangen. Lediglich für ausländische Kunden darf der Betrieb am Lenker demonstriert werden, immer mit dem Hinweis "Nur für den Export".

Mittlerweile gibt es rund ein Dutzend Batterieleuchten mit der besonderen Leuchtkraft. Im Gegensatz zu den Herkömmlichen sind sie auch für schnelle Fahrten geeignet. Sie bieten meist zwei Helligkeitsstufen, Abblend- und Fernlicht. Wobei das Abblendlicht zwischen fünf und zwölf Watt, das Fernlicht bis zu 32 Watt leistet. Bis auf die Sigma Mirage sind alle recht teuer: Zwischen 500 und 1689 Mark kostet eine Lichtanlage ohne Rücklicht (also ein Paket aus Akku, Ladegerät, und Scheinwerfer). Spitzenreiter beim Preis ist die Supernova der gleichnamigen Firma (www.nova-factory.com). Sie wird mit einer 17-Watt-Xenon-Lampe ausgeliefert, die laut Hersteller mit einer 80 Watt Halogenlampe vergleichbar sein soll.

Das Produkt ist noch sehr neu, so dass das KBA wohl noch nicht darauf aufmerksam geworden ist, jedenfalls kann man die Supernova-Produkte (auch in lichtschwächeren und erheblich billigeren Versionen) übers Internet beim Hersteller bestellen. Schon seit Jahren sehr beliebt ist jene Campingleuchte von Lupine. Sie gilt immer noch als das beste Lichtpaket, wenn auch der Preis so manchen abschrecken wird (770 Mark).

Die Leuchtdauer der Anlagen hängt davon ab, ob man ständig mit Fernlicht fahren muss und welche Außentemperaturen herrschen. Im Normalbetrieb reicht eine Akkuladung für zwei bis acht Stunden. Eine höhere Leuchtweite kostet mehr Strom, so dass im Powerbetrieb die Betriebszeit auf zwei (bei der Lupine), vier (bei Syntace) und 60 Minuten bei der Mirage sinkt.

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