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"Equinox" bezeichnet die Tagundnachtgleiche, wen es also an zwei Tagen des Jahres (im Frühling und Herbst) zwölf Stunden hell und ebenso lange dunkel ist. Einem Fahrrad diesen Namen zu geben, ist zwar seltsam, aber jedenfalls für das hier vorgestellte Rad nicht ganz unlogisch. Denn die Darmstädter Firma "Riese und Müller" verspricht mit dem "Equinox" entspanntes Rad fahren. Für die beiden Ingenieure Markus Riese und Heiko Müller ist das neue strahlend gelbe Rad, so steht´s im Pressetext, der "Ausdruck eines neuen Lebensgefühls, in welchem Fitness statt sportlicher Hochleistung als Ideal gilt".

Equinox Riese und MüllerDas Equinox ist für die Stadt gedacht, es soll "individuellen Genuss und Muße dem steten Treiben urbaner Innenstädte entgegen setzen". Moderne Stadträder heißen heute merkwürdigerweise "Citybike" oder "City-Cruiser" und ermöglichen das "Easy Entering". Auf Deutsch: Man muss zum Aufsteigen keine Turnübungen veranstalten und auch das Stoppen und Absteigen geht sehr leicht vonstatten.

Und so gibt es auch einen sehr schönen deutschen Begriff für diese Art Fahrrad: Sesselrad. Zurücklehnen, genießen, radeln und rollen. Soviel Entspannung hat auch die "Aktion Gesunder Rücken"(AGR) überzeugt, weshalb es als eines der ersten drei Fahrräder mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet wurde.

Charakterisierendes Merkmal des Equinox ist die neuartige Sitzposition. Kaum mehr als Sattel, sondern als Sitz mit Rückenlehne zu bezeichnen. Die entspannte Haltung war aber nur möglich, weil man die Pedale nach vorne gerückt und den Lenker auf Brusthöhe gebracht hat. Also keine gebückte Haltung mehr, sondern rückenentspanntes Rad fahren. Der Sitz wird in Höhe und Abstand auf ein Art Schiene verschoben. Große Leute, oder genauer: Menschen mit langen Beinen, sollten aber bereits beim Kauf auf die höhere Sattelstütze pochen, da es nur eine Rahmenhöhe gibt. Selbst Menschen unter 1,80 Meter Körpergröße müssen den Spielraum auf der "Sitzbank" gegebenenfalls bereits vollständig ausnutzen.

Es versteht sich von selbst, das so ein Rad über eine Federung verfügt (wie sämtliche Räder von Riese und Müller). Besonders die Hinterradfederung hat es uns angetan. Soviel Komfort kennen wir sonst nur von Motorrädern.

Ein schneller Flitzer ist es aber nicht. Man sollte Zeit mitbringen und die Raser rasen lassen. Geschwindigkeiten über 30 km/h sind vergleichsweise anstrengend. Dafür ist das Rad mit seinen 20-Zoll-Rädern einfach nicht gedacht. Ums Schalten braucht man sich auch nicht zu kümmern, dass übernimmt eine automatische Vier-Gang-Nabenschaltung. Zum Anfahren liegt also immer der erste Gang vor. Die "Auto D" von Shimano lässt sich auf Wunsch auch manuell bedienen und auch für schnellere Fahrweise vom Händler umprogrammieren. Neuartig ist Führung des Antriebs. Zwar gibt es einen herkömmlichen Kettenantrieb, doch wurde dieser in die Hinterradschwinge integriert. Das Prinzip entkoppelt Federung und Antrieb und ist zugleich ein effektiver Ketten- und Hosenschutz.

Die Federung lässt sich schnell (um 22 Prozent) verstellen. Mit einem Handgriff kann zwischen zwei Federungsabstimmungen gewählt werden. Auch hier stand die Federung beim Motorrad Pate. Es gibt auch keine Kabel, die irgendwo außen am Rad verlegt wurden. Bis zum Lenker wurden sie innerhalb des speziellen Vorbaus verlegt, der eher eine Lenksäule ist.

So gibt es wenig zu kritisieren. Uns gefiel das Nassbremsverhalten der Vorderradbremse nicht (hinten arbeitet eine Rollenbremse). Und an der Stelle, wo die Kabel aus dem Rahmen treten, löste sich ständig die Plastikabdeckung, weil die Züge ein wenig zu kurz sind. Ein wenig vermisst haben wir auch einen serienmäßigen Rückspiegel, der für noch mehr Sicherheit sorgen würde. Vielleicht kann dies ja mit neuen Lenkerkonzepten verbinden, die vergangenes Jahr auf den Messen präsentiert wurden (und nicht nur Rückspiegel, sondern auch Brems- und Schalthebel sowie Scheinwerfer und Tachometer in den Lenker integrieren).

Die Energie fürs Licht (jeweils mit Standlicht) kommt von einem Nabendynamo. Was hier so selbstverständlich klingt, ist es noch lange nicht. Bei Riese und Müller hat man den Begriff Komfort konsequent umgesetzt, allerdings mit zwei Haken. Da wäre zum einen der hohe Preis. Fürs Equinox muss man 4000 Mark auf den Tisch legen. Und zum anderen das vergleichsweise hohe Gewicht (17,9 Kilogramm). Nur muss man auch deutlich sagen: Komfort hat nicht nur seinen Preis sondern auch sein Gewicht. Als Zubehör bekommt dann noch einen Einkaufskorb und Satteltaschenadapter.

Doch die Satteltaschen sollte man nur für die Kurzstrecke einsetzen, denn es ist kein Tourenrad. Die Stärken liegen im "Stop and Go"-Verkehr, also dort wo man ständig auf- und absteigen muss. Und wenn´s dann auch noch die Gesundheit schont, werden für den Nutzer bestimmt die Sonnenseiten des "Equinox" überwiegen.

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