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"Bereits bei über 40 Kilogramm Beladung wird´s gefährlich", warnt Dieter Wobben vom Rheinisch-Westfälischen Technischen Überwachungsverein (RWTÜV), der bereits zahlreiche Tests mit Anhängern durchgeführt hat. "Das ist ein starkes Sicherheitsdefizit", sagt der promovierte Ingenieur. Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen hat Wobben in den vergangenen Jahren die Sicherheit von Fahrradanhängern untersucht. Dabei ist der Experte zu dem Schluss gekommen, daß "eine hinreichende Bremsverzögerung des Gespannes aus Zugfahrrad und Anhänger nur erreichbar ist, wenn die Anhänger über eigene Bremsen verfügen".

Allerdings stieß der Bericht zunächst nicht auf sehr viel Gegenliebe bei den Herstellern. "Denn so lange die Hänger bremsenfrei verkauft werden dürfen, will natürlich auch kein Produzent zugeben, das er ein Bremsproblem hat", weiß Wobben.

Auch seitens des Gesetzgebers gibt es diesbezüglich keine Vorgaben. Noch nicht: Bisher sind fürs Fahrrad zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen vorgeschrieben. Ein Anhänger braucht demnach nicht extra abgebremst zu werden. In einem Änderungsentwurf zur Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) ist dagegen vorgesehen, dass zukünftig Fahrradanhänger, deren zulässiges Gesamtgewicht die 40-Kilogramm-Marke überschreitet, mit einer Bremse ausgestattet werden müssen. Das Gesamtgewicht darf dann bis zu 80 Kilogramm betragen. Manchen Hersteller bereitet der Entwurf, der nach Einschätzungen des RWTÜV frühestens im kommenden Jahr in Kraft treten wird, bereits heute Kopfschmerzen. Nur wenige scheinen dafür gerüstet zu sein. Nur zwei Firmen bieten Anhänger mit Auflaufbremse an. Neben einem Trailer von Sport-Equipment aus Weilheim ist dies das Modell Leggero, welches man über "Zwei plus zwei" in Köln beziehen kann. Die Bremse wird leider nicht als Nachrüstsatz angeboten. Beide Systeme funktionieren mit einer mechanischen Bremse. Besser sei die hydraulische Variante, sagt Wobben.

Den passenden Prototypen hat man auch am Institut für Fahrzeugtechnik des RWTÜV Essen entwickelt. "Die hydraulische Bremse hat den Vorteil", sagt Dieter Wobben, "dass die Bremskraft ohne Reibungsverluste auf beide Räder gleichmäßig verteilt wird". Bei einer Auflaufbremse erfolgt der Bremsvorgang vollautomatisch. Das heißt, es muß kein Kabel zur Zugmaschine gezogen, auch kein dritter Bremsgriff montiert werden.

Im Prinzip nutzt das System die Trägheit des Hängers aus. Wird das Fahrrad abgebremst, so läuft der Hänger auf. Die dabei auf die einknickende Deichsel wirkende Kraft wird auf einen Ölzylinder gegeben (Geberzylinder). Diesen Geberzylinder findet man – in ähnlicher Form - auch in jedem Bremsgriff von hydraulischen Bremsen. Der Zylinder gibt die Kraft über eine Druckleitung Umlenkhebel an einen weiteren Zylinder weiter, der dann die Bremsen zupacken lässt.

Freilich ist die Auflaufbremse auch kein Freibrief für einen super-kurzen Bremsweg. Schließlich kann sie nur dann richtig wirken, wenn auch die übrigen Bremsen kräftig verzögern. Je stärker die Verzögerung des Zugfahrrades, desto größer ist auch die Auflaufkraft und die Abbremsung des Anhängers.

Was die Auflaufbremse im Laden kosten wird, steht natürlich noch nicht fest. Derzeit steht Wobben in Verhandlung mit einigen interessierten Herstellern. Doch mit ungefähr 300 Mark an Mehrkosten ist zu rechnen.

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