Achten Sie auf die Kennzeichnungen auf der Verpackung:

  • ist dort ein VdS-Zeichen zu finden? Finden Sie Zeichen, die zeigen, dass das Schloss gegen Eissprays ebenso immun ist, wie gegen Aufbohren des Zylinders und gegen Picking?
  • ist das Schloss von unabhängigen Prüfinstituten oder Verbraucherorganisationen getestet worden?
  • sind die Testsiegel noch aktuell (oder wird mit einem baugleichen oder gar anderen Schloss geworben?)


 

 

 

 

 

 


Welchen Typ von Schloss verwenden?

Es gibt Kabel-, Bügel-, Ketten-, Panzerglieder und Faltschlösser. Letztere verdrängen immer mehr die gut bewährten, aber ziemlich unpraktischen Bügelschlösser. Bügelschlösser sind sehr unflexibel, oft passen sie nicht um einen Laternenpfahl herum, oder sind zu kurz. Am modernen Fahrrad sind sie oft nur mit Mühe an einer Stelle anzubringen, wo sie nicht stören.

Besser sind Faltschlösser. Mit ihnen kann man auch das Fahrrad um dickere Laternenpfähle anschließen. Sie sind klein und gut verstaubar am Rad, z.B. an der Sattelstange, am Flaschenhalter oder auch in einer Tasche. Zudem sind diese Schlösser ebenso sicher wie ein gutes Bügelschloss. Doch mit dem Erfolg dieser neuen Gattung kommen natürlich auch Nachahmer auf den Markt. Ob die Billigprodukte für knapp über 20 Euro etwas taugen, ist fraglich.

Spiralkabelschlösser sind leicht und flexibel. Aber meist ebenso leicht zu knacken. Das Kabel sollte möglichst dick sein. Lasst euch nicht von einer dicken Ummantelung täuschen. Die ist schnell durchstochen, entscheidend ist die Dicke und die Materialqualität der verwendete Stahlseile. Ideal ist ein Zusatzkabel (ohne Schloss), welches man für rund fünf Euro bekommt, und mit dem man beispielsweise Hinterrad oder auch einen Anhänger mit anschließen kann.

Panzergliederschlösser können einen guten Schutz bieten. Sie sind aber sehr schwer, und man kann nicht ins Innere hineinschauen, wie stark die Stahlkabel wirklich sind. Hier oft und gerne getrickst. Und wenn die Panzerglieder nicht viel mehr Widerstand bieten als eine Getränkedose, ist die Außenhaut auch schnell durch einen Bolzenschneider eingedrückt. Ansonsten bei entsprechender Dicke und Härte beißt sich ein Bolzenschneider die Zähne aus, dann muss eine Säge oder Flex her. Wichtig ist ein Test, vor dem Kauf genau zu schauen und zu prüfen, ob man die Panzerglieder vom Schließzylinder wegziehen kann und so einen Blick auf das Innenleben erhascht. Dann Finger weg, denn so kann man auch leicht an das Seil gelangen und es durchschneiden.

Kettenschlösser können sehr sicher sein. Sie sind auch mit jedem Vorhängeschloss kombinierbar. Doch muss sowohl das Vorhängeschloss Aufbruchversuchen wie Bohren, Picken und Eisspray standhalten, wie sie auch keine Ansatzflächen für einen Seiten- oder Bolzenschneider bieten. Besser sind deshalb eckige Glieder (zum Beispiel aus Vierkantstahl), diese bieten weniger Angriffsfläche für die Zange als runde Glieder.  Kettenschlösser sind allerdings meist sehr schwer.

Wo kaufen?

Am preiswertesten ist es im Internet. Die Preise sind oft bis zu 30 Prozent geringer. Doch Vorsicht: Dort kannst Du nicht erkennen, ob das Schlösser aus der Vorserie verkauft werden. Denn der Wettlauf zwischen Hersteller und Dieben ist rasant, so dass die Hersteller ständig nachbessern (müssen). Beispiel Abus Bordo:

Abus Bordo Faltschloss nicht gegen Picking und Schlagschlüssel sicher?

Über 100.000 Besucher haben sich auf YouTube die Videos angeschaut, wie man mittels eines Schlagschlüssels für 20 Euro ein Abus Bordo Schloss aufmachen kann, ohne dass irgendwelche Spuren zu erkennen sind. Diesen Vorgang nennt man Picking. Es gab schon früher Schlösser bei Abus, die gegen Picking immun waren (zu erkennen an dem Zusatz X-Plus), doch offensichtlich hat man auch beim "normalen" Bordo nachgebessert. Der Zylinder soll ausgetauscht worden sein. Der Kunde kann dies an zwei Punkten erkennen (und dies ist eben bei einem Internetkauf nur schwer möglich): Das neue Abus Bordo hat um den Schließzylinder eine Gummihaut und der Schlüssel hat keine punktuellen Einkerbungen mehr. Auf der Verpackung findet man allerdings keinen Hinweis, dass dieses Schloss nun gegen Picking immun ist.

Schlüssel- oder Zahlenschloss?

Wohl Ansichtsache, aber auf der anderen Seite kann man ein Zahlenschloss nicht mittels Picking öffnen. Doch was, wenn man die Zahlenkombination vergessen hat? Oder jemand die Zahlen errät? Vierstellig sollte die Zahlenreihe aber auf alle Fälle sein. Praktisch ist ja das Abschließen des Schlosses ohne Schlüssel. Doch es soll immer wieder vorkommen, dass man mal sein Rad schnell abstellt und scheinbar abschließt, das Schloss aber nicht richtig verschlossen ist und bei der Rückkehr Rad samt Schloss verschwunden ist. Dagegen helfen Schlösser, die man nur mittels Schloss abschließen kann. Neu ist ein Schloss von Abus, dass sich sowohl mit Schlüssel als auch mittels Zahlencode benutzen lässt (Abus Key Combo).

Schlosssysteme für Zubehör und Laufräder

Der Teileklau hat deutlich zugenommen. Der Wert der Teile aber auch: Dynamos für 100 Euro, LED-Leuchten für 70 Euro, eine Rohloff-Nabe für 850 Euro sind keine Seltenheit am Rad. Das lockt Diebe an. Was hilft einem ein sehr gutes Schloss, wenn zum Schluss nur noch Rahmen und Schloss vorhanden sind, aber alle anderen hochwertigen geklaut wurden? Hilfreich sind deshalb Sicherungsysteme für Laufräder, Sättel, Lenker, Bremsen, Leuchten und eben auch für Vollachsen. Das bekannteste System stammt von Pitlock, einem Berliner Unternehmen, welches ausschließlich diese Schlosssysteme in Berlin produzieren lässt. Mittlerweile kann man nicht nur Laufräder und Sättel, sondern auch Ahead-Systeme und Lampenhalter schützen. Zudem gibt es jetzt den Schutz auch für Starachsen, beispielsweise, um Nabendynamos und Laufräder mit einer Rohloff- oder Alfine-Nabe zu schützen. 256 verschiedene Schlüsselsysteme machen es einem Dieb fast unmöglich alle Kombinationen auch vor Ort mitzutragen. Allerdings, das muss man auch sagen: Pitlock ist nicht gerade billig, dafür seinen Preis wert. Ein einfacher System aus zwei Achsen kostet rund 50 Euro. Der Einbau ist recht einfach, allerdings besteht das Pitlocksystem doch aus recht vielen Einzelteilen.

Weniger Einzelteile hat das System Pinhead, welches preislich in einer ähnlichen Liga spielt wie Pitlock. Der kanadische Hersteller ist noch relativ neu auf dem deutschen Markt. Das System und die Auswahl ist ähnlich dem von Pitlock. Positiv ist zu vermerken, dass ein System deutlicher weniger Teilen besteht als bei der Pitlock-Variante. Ob es wirklich einen Unterschied macht, ob nun wie bei Pitlock 256 Schlüsselsysteme oder wie bei Pinhead 11200 Variante zur Verfügung stehen, ist wohl für den Anwender egal. Und richtig gut ist die Idee, mit dem speziellen Schlüssel auch ein neuartiges Bügelschloss bedienen zu können. Also ein Schlüssel für alle Sicherungsysteme. Der große Nachteil an Pitlock ist eben, dass man den Spezialschlüssel immer dabei haben muss, falls doch mal das Laufrad, der Sattel etc. entfernt werden soll. Ein System für zwei Achsen kostet bei Pinnhead 45 €. Das Schloss Bubble Lock mit seinem "aufgeblasenen" Bügel kostet 85 € einzeln.

Auf dem Markt sind noch etliche andere Systeme, die auf das Entfernen von Laufrädern und Sattelstütze verhindern, die auch auf einen speziellen Schlüssel setzen (5-Kant-Inbus), der aber für jedes Set gleich ist. Schützt also insbesondere vor Gelegenheitsdiebe und wenn es zur Standardausrüstung werden würde, wäre es schnell vorbei mit dem Schutz. Dafür kostet es aber auch nur rund 20 Euro.