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Helmpflicht - Streit um Umfrage

Der Kopf ist beim Radfahren besonders gefährdet und muss geschützt werden. Dieser Ansicht sind laut einer repräsentativen Umfrage der "Apotheken Umschau" viele Deutsche. 71,6 Prozent finden, dass für Fahrradfahrer das Tragen eines Helms Pflicht sein sollte.

Vor allem Ältere plädieren für den Kopfschutz. In der Altersgruppe 70 plus sprechen sich 78,3 Prozent für eine Helmpflicht aus. Interessanterweise gibt es laut Studie in bestimmten Bundesländern, nämlich Berlin (87,0 Prozent), Rheinland-Pfalz/Saarland (85,6 Prozent), Hessen (83,8 Prozent) und Hamburg (83,4 Prozent) besonders viele Befürworter einer solchen Vorschrift. Ein weiteres Ergebnis wird Eltern wenig überraschen, die in langen Diskussionen vergeblich versucht haben, den jugendlichen Nachwuchs vom Sinn und Zweck eines Kopfschutzes auf dem Rad zu überzeugen. Ausgerechnet in der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen, in der es naturgemäß viele Radfahrer gibt, ist mit 40 Prozent auch der Anteil der Helmpflicht-Gegner besonders hoch.  Die repräsentative Umfrage wurde im Auftrag des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2000 Personen ab 14 Jahren durchgeführt.

 

Der Fahrradclub kontert:

ADFC: Helmpflicht nicht erwünscht und zweifelt die Umfrage an

Laut einer angeblich repräsentativen Umfrage der Zeitschrift Apotheken Umschau sind 71,6 Prozent aller Befragten für eine Helmpflicht bei Fahrradfahrern, in der Altersgruppe 70 plus sind es sogar 78 Prozent. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zweifelt die Ergebnisse der Umfrage an. „Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen tragen acht Prozent aller Senioren einen Helm. Wie kann es also sein, dass sich angeblich 78 Prozent aller älteren Menschen für eine Helmpflicht aussprechen?“, fragt ADFC-Bundesgeschäftsführer Horst Hahn-Klöckner.

Im Alltagsverkehr sind erwachsene Radfahrer mit Helm eine winzige Minderheit. Hahn-Klöckner: „Dieses Missverhältnis hätte der Apotheken Umschau schon bei einen Blick aus dem Fenster auffallen müssen. Die Befragten waren wohl überwiegend keine Radfahrer, die Umfrage kann daher nicht als repräsentativ angesehen werden.“

Der ADFC kritisierte, dass durch Forderungen nach einer Helmpflicht die Verantwortung für Unfälle auf die gefährdeten Radfahrer abgewälzt werde. Zudem ließen sich aus Umfragen keine Erkenntnisse darüber gewinnen, wie häufig Kopfverletzungen beim Radfahren sind und inwieweit Fahrradhelme in der Lage sind, schwere Kopfverletzungen zu verhindern. Dagegen könnte eine Helmpflicht Menschen davon abhalten, Rad zu fahren, unter Verlust der damit verbundenen Gesundheitseffekte.

Wer es mit der Verkehrssicherheit von Radfahrern ernst meint, muss nach Auffassung des ADFC zudem vorrangig fahrradfreundlichere Verkehrsplanung betreiben, miserable Radwege durch attraktive ersetzen, die Wartezeiten an Ampeln für Radfahrer verkürzen und niedrigere Autogeschwindigkeiten in bewohnten Gebieten durchsetzen. Denn nur so wird Radfahren attraktiv und sicher: Je mehr Radfahrer auf den Straßen unterwegs sind, desto mehr nehmen Autofahrer sie auch wahr.

Vor allem im Bereich der Verkehrssicherheit könnten einige technische Maßnahmen an Kraftfahrzeugen mehr schwere Fahrradunfälle verhindern oder ihre Folgen mildern. „Dem Radfahrer, der vor einen Lkw gerät, hilft kein Helm, sondern nur der sofortige Stillstand der Räder“, so Hahn-Klöckner. Der ADFC fordert daher, dass Lkw mit Assistenzsystemen ausgestattet werden, die bei Abbiegevorgängen automatisch bremsen, sobald Menschen in den gefährdeten Bereich kommen. Auch ein Warnsystem gegen öffnende Autotüren und der Außen-Airbag für Pkw sind bereits technisch umzusetzen.

Der ADFC hat deshalb das Bundesverkehrsministerium dringend aufgefordert, in die Forschung und Umsetzung dieser Fahrzeugtechnik zu investieren. Hahn-Klöckner: „Wir halten diese Schutzmaßnahmen für Erfolg versprechend und verlangen, dass sie als Sicherheitsausstattung von Kraftfahrzeugen verbindlich eingeführt werden.“

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