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1. Messebericht von IFMA 2000

Starke Namen sind gefragt. Namen, die jedes Kind bereits kennt. So wie Nivea oder Tempo. Nur: Wirklich weltbekannte Marken findet man in der Fahrradbranche nicht. Diese Lücke versucht man nun zumindest in Deutschland dadurch zu schließen, dass Promis ihren guten Namen auf ein Fahrrad kleben lassen.

EquinoxDies ist einer der auffälligsten Trends auf dem Internationalen Fahrrad-Markt (IFMA), der bis Anfang der Woche in Köln stattfand. Michael Schumacher stand für ein knallrotes Mountainbike Pate, das es eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte, einen weltbekannten Namen zu tragen. Es wäre sicherlich auch ohne "Schumi" und auch in Silber beachtet worden, schließlich hat das "High Tech Bike im Michael Schumacher Design" der Firma Staiger viel Neues zu bieten. Natürlich hat der Formel-1-Fahrer das rote Mountainbike nicht selbst entwickelt, der Name wurde in Lizenz erworben, wie man freimütig bei Staiger eingesteht. Doch musste sich, so die Vorgabe der Agentur des Rennfahrers, das Schumi-Bike deutlich in Aussehen und Konzept von den vielen anderen Bergboliden unterscheiden. Deshalb hängt das Vorderrad auch an einer Einarmschwinge, von einer Gabel kann man in diesem Zusammenhang nicht mehr sprechen. Vom Motorrad abgeschaut hat man sich den Anti-Dive-Effekt. Dadurch taucht die Einarmschwinge nicht mehr beim Bremsen ein, der volle Federweg soll erhalten bleiben. Ebenfalls auffällig ist die auf einem Speichenstern montierte Alu-Felge und die Kombination aus Aluminium und Chrom-Molybdän-Stahl beim Rahmenbau. Angesichts der neuen Technik am Rad und den großen Namen, mit dem man durch die Gegend radeln darf, ist der Preis von 3999 Mark fast schon preiswert. Das Radkonzept stammt von der kleinen und noch sehr jungen sächsischen Bikeschmiede "Protos". Schumacher soll im Übrigen ein begeisterter Mountainbiker sein, leider war er am Stand von Staiger nur als Foto zu sehen. Der hatte nämlich einen Termin bei Ferrari auf der Fahrradmesse EICMA in Mailand, die dort ihr erstes Rennrad vorstellten.

Übrigens gab es bereits vor Jahren ein Schumi-Bike. Allerdings machte der Rennfahrer dem Supererfolg damals einen Strich durch die Rechnung, weil er just in diesem Jahr nicht Weltmeister wurde. Bei der Fahrradeinkaufsgemeinschaft ZEG ist man deshalb ein wenig vorsichtiger und setzt lieber auf kleine Räder oder besser Rollen.

In die Fahrradläden kommt ein roter Mini-Tretroller in Schumachers Namen. Die Kickboards waren ja der Trend in diesem Sommer, und so möchte man wohl noch schnell aufs Brett springen. Auf der Messe war so mancher Kickboardhersteller im Gegensatz zu vielen verwaisten Fahrradständen von Menschentrauben umgeben. Wie lange der Trend noch anhält, bleibt abzuwarten. Die Fahrradhändler hoffen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft mit den Brettern auf zwei oder drei Rollen.

Der Name eines anderen prominenten Rennfahrers fand man an gleich auf einer ganzen Bike-Kollektion. Jan Ullrich heißen nun gleich drei Rennräder und zwei Mountainbikes, die zwischen 999 und 4258 Mark kosten sollen.

Dass es auch ohne viel Wirbel durch Promis geht, beweist ein holländischer Hersteller. Das "Amazone" ist eher unauffällig. Nicht besonders schön aber mit ungemein praktischen Details ausgestattet.

In Holland ist das Amazone in kurzer Zeit zum Verkaufsschlager avanciert. Der Grund: Mit dem "Amazone" können ein Erwachsener und zwei Kinder, zusätzlich auch noch ein Buggy und Gepäck transportiert werden. In Deutschland soll es 1199 Mark kosten.

Der Komfortgedanke ist natürlich nicht mehr aus der Fahrradbranche wegzudenken. Die große Mehrheit der auf der IFMA ausgestellten Bikes verfügte mindestens über eine gefederte Gabel. Bequeme Sättel besitzen heutzutage Geleinlagen oder Luftpolster, oder auch Aussparungen für die besonders belasteten Stellen.

Doch kein noch so weicher Sattel kann eine Federung ersetzen. Das hat sich auch bei den Cityradkunden herumgesprochen, so das vollgefederte Rad schon längst nicht mehr ein Nischenprodukt der Mountainbikeszene ist. Nur hält nicht jede Feder, was sie verspricht. Den Unterschied merkt man oft erst, wenn´s schon zu spät sein kann. Die Rückrufaktionen zahlreicher Fahrradhersteller der vergangenen Monate haben nur zu deutlich gezeigt, wie viel schrottreife Räder über Deutschlands Straßen rollen. Von diesen an Kinderkrankheiten leidenden Konkurrenten (die überhastet vollgefederte Alltagsräder auf den Markt warfen) möchte sich die Darmstädter Firma Riese und Müller unterscheiden und verspricht sich deshalb sehr viel von einem Zertifikat der Aktion Gesunder Rücken (AGR). AGR wird vom "Forum Gesunder Rücken - besser leben" und vom "Bundesverband der deutschen Rückenschulen" getragen. Als erste Räder wurden gleich drei Velos von Riese und Müller ausgezeichnet: Culture, Avenue und der City-Cruiser Equinox, welcher jetzt endlich auch erhältlich ist.

Insgesamt war die Messe dieses Jahr sehr überschaubar, die Ausstellungsfläche ist auf fünf Hallen zusammengeschrumpft. Die Konkurrenzsituation zu der 14 Tage früher statt gefundenen Eurobike in Friedrichshafen wurde dieses Jahr sehr deutlich. In dem Streit um die größte Fahrradmesse der Welt gibt es mindestens einen Verlierer: den Fahrradkunden. Für den heißt es mittlerweile auf allen deutschen Fahrradmessen: Bitte draußen bleiben! Anders im Ausland: Die zeitgleich in Mailand ausgerichtete Fahrradmesse EICMA warb mittlerweile selbst in deutschen Zeitschriften für ihre Publikumstage und "Schumi" soll ja auch anwesend gewesen sein.



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