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Gehirnforscher: Stützräder nur kurz benutzen

Mit oder ohne Stützräder? Foto: PukyViele Radexperten sind sich einig, dass Kinder nur möglichst kurz - wenn überhaupt - mit Stützrädern Fahrrad fahren lernen sollten. Jetzt kommt Unterstützung aus der Wissenschaft: "Sonst lernen sie es nicht so schnell", sagen Wissenschaftler der Humboldt-Universität in Berlin.

Der Grund: komplexe Bewegungsabläufe sollten möglichst früh als Gesamtpaket geübt werden. Einzelne Prozesse dürfen nicht zu spät zusammengefügt werden. „Wir haben in unseren Experimenten festgestellt, dass die trainierten Reaktionen von verschiedenen, komplexen Arm- und Beinbewegungen vom Gehirn als Gesamtpaket abgerufen werden und nicht als einzelne Teilhandlungen verarbeitet werden“, berichtet Tilo Strobach, Psychologe an der Humboldt-Universität. „Wir haben allerdings auch festgestellt, dass solche Pakete wenig auf neue und untrainierte Situationen übertragbar sind, sondern spezifisch für einzelne Situationen gelernt werden müssen.“ 

Wie sich Menschen diese Fähigkeiten aneignen beziehungsweise in komplexen Situationen abrufen, hat die Forscher interessiert. Über ihre zusammen mit der University of California durchgeführten Untersuchungen berichten sie im Fachblatt "Memory & Cognition" (DOI 10.3758/s13421-013-0382-x). Das psychologische Lernexperiment wurde folgendermaßen durchgeführt: Die Versuchspersonen mussten erst einmal eine Liste von Farbwörtern lernen und dann mit Finger- und sprachlichen Gedächtnisaufgaben darauf reagieren. Während für die Hälfte der Farbwörter beide Aufgaben gleichzeitig eingesetzt wurden, wurden für die andere Hälfte beide Aufgaben nur getrennt voneinander geübt. „In einem abschließenden Test, in dem beide Gedächtnisaufgaben gleichzeitig gefordert waren, hat sich gezeigt, dass Personen die beiden Aufgaben für simultan geübte Farbwörter schnell und effizient ausführten, wohingegen getrennt geübte Farbwörter eher langsam und ineffizient ausgeführt wurden.“

Das mag enttäuschend sein für alle, die gern in kleinen Schritten lernen, also auch für Eltern, die glauben, das Kind muss erst einmal das Lenken lernen, bevor es mit dem Gleichgewicht auf dem Fahrrad klar kommt. Aber es zeigt, dass das Gehirn eine effiziente Vorgehensweise sucht: „Mehrere Aktivitäten werden in einem Schritt schneller abgearbeitet. Für den Jungradfahrer heißt das allerdings, dass er möglichst viele komplexe Situationen im Vorfeld trainieren muss, damit sie vom Gehirn in späteren Situationen effizient abgerufen werden können.

Wie man nun den Kindern das Radfahren beibringt, hängt wie so oft vom Einzelfall ab. Manch einer lässt das Kind erst einmal lange mit dem Laufrad "trainieren" und "springt" dann gleich zum ersten Fahrrad ohne Stützräder. Andere wiederum lassen das Kind ein paar Stunden mit Stützrädern üben, um dann diese abzubauen. Die Wege sind unterschiedlich und das Erfolgsgefühl des Kindes, die Physik überlistet zu haben, schnell spürbar, wenn die Stützräder vielleicht noch monitert sind, aber so hoch eingestellt wurden, dass sie oder er es gar nicht beim ersten Mal gemerkt hat, dass alles auch ohne die Hilfe geklappt hat. 

 

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